Bauspenglerei Lobnik AG

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Funktion

Eine Blitzschutzanlage verringert die Wahrscheinlichkeit, dass ein Blitz in das geschützte Objekt, z.B. ein Gebäude, einschlägt. Im Falle eines Einschlages bietet die Blitzschutzanlage dem Blitzstrom einen definierten, niederohmigen Strompfad. Dadurch werden Beschädigungen am geschützten Objekt weitgehend vermieden. Die primäre Schutzfunktion besteht darin, den Blitzstrompfad am zu schützenden Objekt vorbeizuführen.

Blitzschutzanlagen bestehen aus Fangleitungen, Ableitungen und Erdleitungen.


Foto: Gebäudeversicherung Kanton Zürich (GVZ)Fangleitungen

Die Fangleitungen werden auf geneigten Dächern an allen eponierten Stellen wie First, Grat, Ort und an allen Dachausbauten wie Gauben und Luckarnen sowie an Kaminen und Dunstrohren angebracht.
Beim Flachdach sind alle erhöhten leitfähigen Teile wie Dunstrohre, Kamine, Geländer, Brüstungen usw. mit der Fangleitung verbunden.

Metallteile wie Rinnen, An- und Abschlussbleche und Brüstungsbleche gelten ebenfalls als Fangleitungen, sofern diese gut leitend und miteinander verbunden sind.

Metallene Fassaden bilden einen kompletten Blitzschutz, müssen aber mit den oben mit den leitenden Teilen und unten mit der Erdung verbunden sein.
Nicht metallische Fassaden werden durch die aussen geführten Ableitungen geschützt.


Ableitungen

Ableitungen sind die vertikalen Verbindungsleitungen zwischen Fangleitung und Erdung.
Ablaufrohre gelten als Ableitungen, wenn sie mindestens 80mm ineinander gesteckt sind.



Sekundärschäden

Schlägt ein Blitz trotz der Blitzschutzwirkung in das Blitzschutzsystem ein, so fliessen kurzzeitig sehr hohe Ströme innerhalb der Blitzableiter. Diese hohen Ströme induzieren innerhalb der elektrischen Versorgungsleitungen des geschützten Objektes Sekundärspannungen und Sekundärströme, welche elektrische Geräte, die an diesen elektrischen Leitungen angeschlossen sind, zerstören können. Dieser Effekt tritt besonders dann auf, wenn sich die elektrischen Versorgungsleitungen in der Nähe und parallel zu den Blitzableitern befinden.

 

Blitzschutz bei Antennen

Antennen stellen besonders durch Blitzschlag gefährdete Objekte dar, da sie sich funktionsbedingt an exponierter Stelle befinden und elektrisch leitfähig sind. Wenn ein Blitz in eine Antenne einschlägt, wird der Blitzstrom über die Abschirmung des angeschlossenen Koaxialkabels ins Gebäude geleitet.
Um zu vermeiden, dass dann im Gebäude ein Lichtbogen zwischen der Abschirmung und geerdeten Teilen zündet, muss jede Antenne, die sich nicht im Schutzbereich einer Fangeinrichtung befindet, geerdet werden. Der hohe Blitzstrom in der Abschirmung ruft eine hohe Spannung am Kabel hervor, die angeschlossene Geräte zerstört. Diese kann durch Überspannungsschutzgeräte an beiden Enden des Kabels verhindert werden.


Entwicklung von Blitzschutzanlagen

  • 1752 Academy of Philadelphia und Pennsylvania State House, durch Benjamin Franklin
  • 1754 Přímětice/Prenditz bei Znojmo/Znaim, Kloster, durch Prokop Diviš
  • 1760 Philadelphia, Wohngebäude von Mr. West, durch Benjamin Franklin
  • zwischen 1733 und 1763 Dresden, Dresdner Schloss 1774 1. Erneuerung
  • 1765 Newbury (Berkshire), Kirche
  • 1766 Plymouth, Leuchtturm
  • 1769 Żagań, Kirche, durch Johann Ignatz von Felbinger
  • 1769 Hamburg, St.-Jacobi-Kirche, durch Johann Albert Heinrich Reimarus
  • 1770 Wien, Penzing, Kirche
  • 1776 Trippstadter Schloss, Erster Hemmerscher Fünfspitz - durch Johann Jakob Hemmer
  • 1779 Mannheim, Wohngebäude
  • 1779 Hamburg, St.-Petri-Kirche
  • 1780 Georg Christoph Lichtenberg in Göttingen
  • 1782 Wien, Narrenturm im alten Allgemeinen Krankenhaus
  • 1787 Winterthur, Heimatmuseum Lindengut, damals Villa von Johann Sebastian von Clais, durch Benjamin Franklin (erster Blitzableiter der Schweiz)